Hautpflege im Wandel der Jahreszeiten

Der Mensch ist trotz aller Zivilisation und technischer Hörigkeit von den Gesetzen der Natur abhängig. Ihr immer wiederholter Weg vom Blühen zum Reifen, der den Rhythmus des Jahres bestimmt, hat Parallelen im menschlichen Organismus und seinen Funktionen. Damit ist die Haut mit ihren wechselnden Bedürfnissen im Spiel. Ihre Pflege muss den Besonderheiten der Jahreszeiten entsprechen.

Sommer

Was der Haut im Winter gut tat, kann sie im Sommer nicht verkraften. Gehaltvolle, schwere Pflegeprodukte führen bei hohen Hitzegraden unweigerlich zu einem Hitzestau, der die Talgproduktion übermäßig forciert und Unreinheiten entstehen lässt. Fettige Haut wird dabei noch fettiger, trockene Haut hingegen kann sich normalisieren. Gerade jetzt müssen also mehr denn je mit fachmännischer Beratung typgerechte Pflegeprodukte gewählt werden. In jedem Fall will die Sommerhaut in Feuchtigkeit schwelgen. Die trockene Luft, der Schweiß und auch das Wasser der Dusche oder des Meeres nehmen der Haut mehr Feuchtigkeit als die Eigenproduktion liefern kann. Feuchtigkeitscreme ist also das Standardprodukt, das nach der intensiven, aber schonenden Reinigung verwendet wird. Das wichtigste Sommerthema aber ist der Sonnenschutz, der sich mit hohem Lichtschutzfaktor in jedem guten Pflegeprodukt befinden muss. UV-Strahlen sind die gefährlichsten Feinde der Haut, die deren Angriffe ein Leben lang nicht vergisst. Wenn denn unbedingt gleich am ersten Strandtag hübsche Bräune präsentiert werden soll: Dafür gibt es getönte Tagescremes, die für die gewünschte Wirkung sorgen. Zur Sommerpflege sind außer dem Programm für Tag und Nacht Peelings zu empfehlen. Ein Plus bietet hin und wieder eine beruhigende oder erfrischende Maske. Ein Sonderkapitel des Sommers ist die Körperpflege. Die Figur braucht besondere Zuwendungen, wenn keine Orangenhaut, keine Achselhaare und keine stiefmütterlich behandelten Füße das Bikinibild stören sollen.

Herbst

Nach einem Sommer, der mit Sonne, Licht und Wärme den Körper mit Aktivität und Energie aufgeladen hat, beginnt der Organismus jetzt, auf Sparflamme umzuschalten. Der Hautstoffwechsel verlangsamt sich, kurze und dunkle Tage strapazieren das Gemüt und die Haut. In dieser kritischen Übergangszeit kommt es öfter als vorher zu Hautproblemen, Reizungen oder Allergien. Das können Revanchen des Körpers sein, der sich für die Strapazen des Sommers rächt. Auf jeden Fall lechzt er jetzt nach Erholung, um für sich für die Belastungen des Winters zu rüsten. Die Haut sollte keine Spuren des Sommers in die nächsten Monate tragen. Je mehr Sonne sie getankt hat, desto stärker verhornt sie an der Oberfläche. Das Hautbild ist grob und großporig geworden, das Gesicht wirkt wie gegerbt und fahl, Falten haben sich eingegraben. Für die Herbstpflege ist dann das Peeling Mittel der Wahl. Die Behandlung rubbelt Verhornungen gründlich weg und hinterlässt einen klaren, glatten Teint. Weil die Sonne der Haut Feuchtigkeit entzogen hat, können sich jetzt in den Augenwinkeln, auf der Stirn und am Hals kleine Fältchen bilden.
Diese Sommerschäden können mit Masken repariert werden, die hauterneuernd, feuchtigkeitsregulierend, verfeinernd oder glättend wirken. An einem grauen Herbsttag sollte man überprüfen, ob das Pflegeprogramm so komplett ist, dass es der Haut optimal über den bevorstehenden Winter helfen kann. Und beim Umgang mit den schönen Dingen für Pflege und Schönheit wird ganz sicher gleichzeitig etwas gegen die drohende Herbstdepression wirksam.

Winter

Der Winter ist ein Feind der Haut. Zwei Faktoren sind für diesen Zwist verantwortlich: Wind und Kälte draußen und die trockene Heizungsluft in den Räumen. Dieses Wechselbad der Temperaturen überfordert den Organismus Haut. Schon bei - 8° C stellen die Talgdrüsen ihre Produktion ein und den Poren fehlt es damit an Hautfett, das schützt und glättet und Feuchtigkeit bindet. Eine weitere Attacke gilt den Blutgefäßen, die sich bei Kälte verengen und bei Wärme erweitern. Diese Zwangsgymnastik kann zu gedehnten Äderchen, der gefürchteten Couperose führen. Bei Minustemperaturen nimmt die Fließfähigkeit des Blutes ab. Das kann zu einem Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen für die Haut führen. Das Ergebnis ist eine trockene, empfindliche und reizbare Haut, die zu schuppigen rauen Partien neigt. Die Winterhaut braucht vor allen Dingen viel Fett, das vor Kälte schützt und kostbare Feuchtigkeit festhält. Gehaltvoll sollte jetzt die Tagespflege sein, die die kältegefährdete Haut schützt. Das Reinigungsmittel muss sanft und das Gesichtswasser alkoholfrei sein.
Für die Nachtpflege kann die Creme, die der Haut bei ihrer Arbeit der Regeneration hilft, gar nicht wirkstoffreich genug sein. Ein -typisches Winterthema ist die Lippenpflege.
Der Mund hat keinen Schutzfilm aus Talg- und Schweißdrüsen, sondern lediglich eine dünne, kälteempfindliche Hornschicht, die dringend ein Pflegeprodukt braucht. Make up gilt im Allgemeinen als Schmuck des Gesichtes. Im Winter aber ist es ein ganz ernst zu nehmendes Mäntelchen. Wenn Tagescreme, Fundation, Make up und ein Hauch Puder aufgetragen werden, kann Väterchen Frost dem Gesicht nichts anhaben.

Frühling

Wenn die Märzsonne zu blinzeln beginnt, braucht die Haut Hilfe um aus dem Winterschlaf zu erwachen. Der Körper wartet darauf die Erneuerung zu starten, die mit den Aktionen der Körperorgane, Drüsen und Hormonen programmiert ist. Die Zellerneuerung wird in Gang gesetzt. Das kann nur problemlos geschehen, wenn alte Hautzellen- schlacken abtransportiert werden. Darum ist zum Frühjahrsputz der Haut von Gesicht und Körper das wiederholte Peeling angesagt. Weil bei steigenden Temperaturen die Gefäße mit vermehrt einströmendem Blut zu tun haben, ist Bewegung Hilfe für die Zellen: Wechselduschen, Massagen, Atemgymnastik, Pickel und Unreinheiten die im Frühjahr Hochkonjunktur haben kapitulieren, wenn die Haut bei Tag und Nacht mit hochwertigen Produkten gepflegt wird und sich mit Licht und Luft an die neuen Bedingungen gewöhnt. Übrigens ist jetzt höchste Zeit, mit konsequenter Körperpflege an die künftige Bikinifigur zu denken!

Autorin: Ilse Rietmüller